22 Liter Garraum, 1700 Watt und ein Temperaturbereich von 40 bis 230 Grad Celsius: Der Caso AirFry Chef 1700 will Minibackofen und Heißluftfritteuse in einem sein. Auf dem Papier liest sich das stark, und mit 4,1 von 5 Sternen aus 117 Rezensionen steht das Modell insgesamt ordentlich da. Gleichzeitig vergeben 9 Prozent nur einen Stern, und genau diese Mischung lohnt einen genaueren Blick. Ich habe Datenblatt, Rezensionen und Praxisdetails ausgewertet und sortiere für dich, was der schwarze Kasten wirklich gut macht, wo er nervt und für wen sich der Kauf am Ende auszahlt.
Die technischen Daten im Überblick: Der Garraum fasst 22 Liter, damit passt eine 26er Springform locker hinein, in einzelnen Rezensionen war sogar von einer 32er Form die Rede. Die Temperatur lässt sich in 5-Grad-Schritten von 40 bis 230 Grad einstellen, das deckt vom Dörren bis zum knusprigen Überbacken alles ab. Dazu kommen 12 Automatikprogramme wie AirFry, Bake, Grill oder Dryfruit, drei Einschubebenen und ein Timer. Vorheizen ist nicht nötig, der kompakte Innenraum kommt schnell auf Temperatur. Mit rund 6 Kilogramm Gewicht und Abmessungen von etwa 39 x 40,5 x 35 Zentimetern passt der Ofen auch in kleine Küchen oder in den Wohnwagen. Preislich liegt das Modell bei einer UVP von 179,99 Euro, im Handel bekommst du es oft schon für 125 bis 140 Euro.
Der Lieferumfang ist ein echtes Argument: Backblech, Grillrost, Frittierkorb, Drehspieß, rotierender Frittierkorb, Krümelschublade und zwei Entnahmehilfen sind dabei. Gerade der Drehkorb ist Gold wert, weil Pommes darin gleichmäßig bräunen, ohne dass du zwischendurch schütteln musst. Ein Rezeptheft mit passenden Temperaturen und Zeiten fehlt dagegen komplett, das taucht in den Rezensionen als häufigster Wunsch auf.
Bei der Bedienung wird es gemischt: Drehknopf und wenige Tasten sind schnell verstanden, das gefällt gerade Einsteigern. Das Display ist aber klein, unbeleuchtet und nur auf Englisch beschriftet. Richtig lästig: Jeder Einstellschritt piepst. Wer von 40 auf 230 Grad dreht, hört 38 Töne. Einen eigenen Stopp-Knopf gibt es nicht, du beendest ein Programm nur durch langes Drücken der Start-Pause-Taste, und genau das steht nirgendwo am Bedienfeld.
Vorteile und Nachteile in der Praxis
Bei den Garergebnissen liefert der AirFry Chef 1700 ab. Aus den Rezensionen lassen sich realistische Richtwerte ableiten: Tiefkühlpizza wird im Pizzaprogramm bei 175 Grad in etwa 10 Minuten fertig, Aufbackbrötchen brauchen 5 bis 8 Minuten bei 180 bis 200 Grad, rund 550 Gramm TK-Pommes werden im Drehkorb in 20 bis 25 Minuten goldbraun, Hähnchenschenkel in etwa 35 Minuten. Sogar ein ganzes Hähnchen mit 1,4 Kilogramm dreht sich am Spieß knusprig. Die Zeiten variieren je nach Beladung und Rezept, orientiere dich am besten an einer Garzeiten-Tabelle mit Temperatur und Zeit und schau die ersten Male durchs Glasfenster. Warum das Ganze schneller läuft als im großen Ofen, erklärt der Beitrag Airfryer vs. Backofen im Detail.
Die Vorteile:
- Startbereit ohne Vorheizen, dadurch spürbar kürzere Zubereitungszeiten und weniger Stromverbrauch als beim großen Backofen
- Großer Temperaturbereich von 40 bis 230 Grad, auch Dörren und Warmhalten möglich
- Viel Zubehör inklusive, vor allem Drehspieß und Drehkorb
- Metallgehäuse ohne Plastikgeruch nach dem ersten Einbrennen
- Klapptür mit Glasfenster und Innenbeleuchtung, angenehm leise im Betrieb
Die Nachteile:
- Dauerpiepen beim Einstellen, kein Signalton bei erreichter Temperatur
- Innenbeleuchtung geht beim Öffnen der Tür aus, genau dann bräuchtest du sie
- Einschübe kippen beim Herausziehen nach vorn ab, hier ist Vorsicht angesagt
- Mattschwarzer Lack ist kratzempfindlich, einzelne Schrauben an Spieß und Korb können rosten
- Haltbarkeit streut: Manche Öfen laufen jahrelang täglich, andere fallen nach ein bis zwei Jahren mit Display- oder Elektronikproblemen aus
Noch ein Wort zur Sicherheit: Die Rückseite wird heiß, halte mindestens 15 Zentimeter Abstand zur Wand. Der Drehkorb ist nach dem Garen nur mit Handschuhen anzufassen und lässt sich etwas fummelig öffnen. Reinige den Innenraum grundsätzlich erst im abgekühlten Zustand und mit gezogenem Stecker, niemals mit Wasser in den heißen Garraum. Die Bleche gehören nicht in die Spülmaschine, in einer Rezension kam ein Blech mit hartnäckigem Belag zurück.
Für wen lohnt sich der Caso AirFry Chef 1700?
Am besten passt der Ofen zu Singles, Paaren und kleinen Haushalten, die ihren großen Backofen weitgehend ersetzen wollen. Brötchen, Pizza, Aufläufe, Kuchen in der Springform, Pommes im Drehkorb: Das alles klappt schneller und sparsamer als im Einbaubackofen. Auch für Camper ist das geringe Gewicht ein Pluspunkt. Wer dagegen Wert auf ein modernes Display, eine App oder zwei getrennte Garräume legt, schaut besser in Richtung Dual-Basket-Modelle, einen Eindruck davon gibt der Beitrag zum Philips Steam 5000. Und wer erst einmal Ideen zum Loslegen braucht, findet in der Sammlung mit über 25 Airfryer Rezepten reichlich Futter.
Mein Fazit fällt so aus: Für einen Straßenpreis um 125 Euro bekommst du viel Garraum, viel Zubehör und richtig gute Ergebnisse. Die Schwächen liegen bei Bedienkomfort und Verarbeitungsdetails, nicht bei der Kernleistung. Wenn du mit Piepton und altmodischem Display leben kannst, ist das ein ehrlicher Preis-Leistungs-Tipp.
Nein. Der kompakte Innenraum kommt so schnell auf Temperatur, dass du direkt starten kannst. Kontrolliere die ersten Male trotzdem etwas früher, weil Speisen darin flotter fertig werden als im großen Backofen.
Der Lüfter läuft hörbar, aber angenehm leise, das bestätigen mehrere Rezensionen unabhängig voneinander. Störender als das Lüftergeräusch ist das Piepen beim Einstellen von Zeit und Temperatur.
Ja, bis etwa 27 Zentimeter Durchmesser. Eine normale TK-Pizza ist im Pizzaprogramm bei 175 Grad nach rund 10 Minuten fertig, eine dünne Tortilla-Pizza schon nach etwa 4 Minuten.
Nein, plane die Reinigung von Hand ein. Lauwarmes Wasser, ein weicher Lappen und etwas Einweichzeit reichen aus. Scheuerschwämme greifen die Beschichtung an und haben am Blech nichts verloren.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es gibt Haushalte mit täglichem Einsatz über mehrere Jahre ohne Probleme, aber auch Ausfälle kurz nach Ablauf der zwei Jahre Gewährleistung, etwa am Display oder an der unteren Heizspirale. Der Kundendienst von Caso wird in mehreren Rezensionen als schnell und unkompliziert beschrieben, das relativiert das Risiko ein Stück weit.
